DIARY AYURVEDA 2012 #1 - INDIA KERALA DAY 3

Freitag, 16. November 2012 Kovalam, Kerala, Indien

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- Tag 3: Pranayama & Chakra Meditation (zweiter Versuch) -

7:00 Hall 1, Yoga Breathing Class. Ich bin noch müde und frage mich allen Ernstes, ob ich noch alle "Tassen im Schrank habe" ein himmlisches Bett gegen die harte Yoga-Matte zu tauschen. Als hätte der Yoga Lehrer meine Gedanken lesen können, höre ich ihn sagen: "think positive, be calm and relax, be here and motivated to learn more about yourself". Ich bin gewillt es zu versuchen, komme mir aber vor wie Julia Roberts in "Eat, Pray, Love". Ich habe mich bisher noch nie bewusst mit Atemtechniken und Atem-Energie im Allgemeinen beschäftigt. 

Ich atme ein/aus und tue es eher automatisch und so nebenbei: mal flach, mal tief, mal bin ich aus dem Atem. Dabei ist das Zusammenspiel des Ein- und Ausatmens nicht nur essentiell für unser Leben. Es beeinflusst vor allem den Tages-Energiefluss und steuert dadurch unser tägliches Wohlbefinden. Wir praktizieren 30 Minuten lang verschiede Atemübungen. Anfangs führe ich die Übungen eher intuitiv durch, viel stärker darauf fokussiert meinen Lachkrampf zu unterdrücken. Nach einigen Versuchen gelingt es mir endlich die Worte "Inhiiiiiil diplyyyyyyyy, exhiiiiiil complitlyyyyyy" als "inhale deeply, exhale completely" zu verstehen und ich lasse mich neugierig auf die Übungen ein. 

Obwohl mir meine anfängliche Lotus-Position sehr zu schaffen macht, halte ich mit meinem sportlichen Ehrgeiz durch und werde im Kopf zunehmend wacher und viel klarer. Mit jedem Atemzug tanke ich jede Menge Sauerstoff & Energie in mich hinein, die ich förmlich spüre. Ich betrachte die Atemübungen vornehmlich als Sportübungen und spüre zu meiner Verblüffung während der Sitzung die ersten Anzeichen von Muskelkater. Beim Yoga geht es keineswegs um einen sportlichen Wettbewerb, dies gilt es für mich als erstes zu lernen und auch das wird sich schon bald zu meinem Erstaunen ändern.

In der zweiten Hälfte beschäftigen wir uns mit der Chakra Meditation. Diese hilft die Blockierung eines oder mehrerer der sieben Chakren zu lösen. Ich habe keine Ahnung, welche Chakren bei mir blockiert sein könnten. Im worst case sind es womöglich alle, daher summe ich eifrig mit, ohne den tieferen Sinn zu verstehen, nacheinander die folgenden Klänge: LAM, VAM, RAM, YAM, HAM, 2xOM. Ich versuche zwar, mich auf die einzelnen Chakren zu konzentrieren, aber mein noch verschlossenes westliches Gehirn, die anstrengende Lotus-Position und die verspielten Eichhörnchen, die an dem Holzbalken über mir herumrennen, machen mir einen Strich durch die Rechnung. Meditation braucht bekanntlich Konzentration, Zeit und Übung, aber wie lange werde ich wohl brauchen? Ich habe hier die perfekte Bühne dafür! Wenn nicht hier, wo denn dann? 

Wenn man sich morgens 60 Minuten lang bewusst mit dem Atem beschäftigt, fängt der Tag logischerweise komplett anders an. In Deutschland würde ich höchstwahrscheinlich meine E-Mails im Bett checken, eine wichtige Entscheidung treffen müssen, z.B. was ich heute anziehe, oder in Eile frühstücken. Hier nehme ich die Zeit bewusster und lebendiger wahr, ich habe sie hier und zwar en masse. Ich passe mich dem Rhythmus an und genieße bewusst jede Minute mit all dem, was sie mit sich bringt. Beim Frühstück nehme ich die Slots der Ebbe und Flut wahr, höre die Geräusche der Natur und der Tierwelt und fange an, über verschiedene Gesetzmäßigkeiten des Tages zu philosophieren. Um 14 Uhr gehe ich zum dritten Treatment und freue mich auf exakt die gleichen Anwendungen wie am Tag davor. Ich versuche die gesamte Prozedur mit meinen neugierigen Augen "abzuspeichern" bis mich meine Therapeutin sanft mit "close your eyes and relax" ermahnt. Ich muss nicht immer alle meine Sinne bereithalten, manchmal wirken Wiederholungen und eine angenehme Monotonie wie ein Balsam für die Seele. Abschließend wird das Tharpanam, ein Reinigungsprozess für meine Augen durchgeführt. Diese Art der "Augendusche" soll den Sehnerv stärken und Augenkrankheiten vorbeugen.


Abends, wenn die Dunkelheit hereingebrochen ist, schaue ich den zahllosen flackernden Lichtern zu. Es sind Fischerboote, die aufs Meer fahren. Über Nacht bleiben die Männer draußen und holen am Morgen Ihre Netze ein. Beim Dinner genieße ich die Klänge der indischen Musik und lerne weitere Gäste kennen: ein Ehepaar aus Dresden, eine Ärztin, die nach Norwegen ausgewandert ist, die naturverliebten Schweizer und zwei Düsseldorferinnen aus der Modebranche. Wir unterhalten uns rege über die Erwartungen, erste Eindrücke und bereits gesammelte Erfahrungen. Ich bin hier und jetzt und habe Spaß, mit den bunt zusammengewürfelten Menschen an einem Ort zu sitzen und gemeinsam an unseren fresh juices zu nippen.

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