DIARY AYURVEDA 2012 #1 - INDIA KERALA DAY 4

Samstag, 17. November 2012 Kovalam, Kerala, Indien

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- Tag 4: Übermotivation 6:45 Wake-Up Call - 


7:00 Hall 1, Yoga Breathing Class. Die eine Hälfte in mir glaubt immer noch nicht daran, dass ich es tue. Aber die andere ist stolz und schmunzelt freundlich über die anstehenden Atemübungen. Beim gestrigen Dinner habe ich drei neue Frühaufsteher rekrutiert, also setzte ich mich vorbildlich in die erste Reihe. Durch die Übungen werde ich prompt wach und die Wirkung empfinde ich viel sanfter und lang andauernder als die üblichen 2 bis 3 Lavazzas, die ich immer morgens in Deutschland zelebriere. Ich entdecke zunehmend Spaß an den Atemtechniken, gewisse Schwierigkeit bereitet mir allerdings immer noch der Schneidersitz. 

Meine Konzentration lässt deshalb rapide nach, denn dem Wunsch "please sit in comfortable position" kann ich absolut nicht nachkommen. Im Anschluss lasse ich mir vom Yoga-Lehrer ein paar Dehnübungen (z.B. Butterfly) zeigen, noch nicht ahnend, dass ich schon ganz bald in fast perfektem Lotussitz sitzen werde. Ich erhalte ebenfalls eine gute Empfehlung für "Das Chakra-Handbuch" von S. Sharamon & B. Baginski, um die "LAM, VAM, RAM, YAM, HAM, 2xOM" mit etwas mehr Logik nachzuvollziehen.

Zum Frühstück bestelle ich einen frischen Apfelsaft, der unfassbar lecker schmeckt. Es folgen Zitrone & Minze Saft (mein Favorit), Orange & Karotte und Watermelon & Chili. Ich weiß jetzt, was Kathrin, die 5 Wochen vor mir die gleiche Kur erlebt hat, mit dem Satz "Du wirst süchtig danach" meinte. Ich werde mich definitiv in Enthaltsamkeit üben müssen, noch bin ich gierig, weil ich mich nicht entscheiden kann. Mein leichtes "Vitamin-Frühstück" erzeugt eine Art Übermotivation in mir und ich beschließe um 11:00 am Yoga for beginners teilzunehmen. Da mich meine Freundinnen Kathrin und Dagmar bereits ein paar Mal zum Yoga Kitchen in Oberkassel mitgenommen haben, sind mir die meisten Übungen für Anfänger bekannt und kinderleicht für mich zu bewältigen. Thanks for the good job, Mädels! Wenn es so weitergeht, sitze ich Morgen bei den Fortgeschrittenen.
Pünktlich um 14 Uhr gehe ich zum vierten Treatment (Generalmassage, Dhanyamla Dhara, Nasyam, Snehapanam, Tharpanam, Podi kizhi). 

Das Ghee schlucke ich mittlerweile geübt runter ohne das Gesicht zu verziehen und bin total gespannt auf die Podi Kizhi Behandlung. Diese Anwendung (warmes Ölbad) dauert ca. 40 min. und wird auch als Königstherapie bezeichnet. Ich liege erneut auf dem speziellen Massagetisch, der aus einem einzigen Stück des Strychnos nux-vomica Baumes entstanden ist. Zwei Therapeutinnen lassen synchron körperwarmes Öl auf meinem Körper fließen. Dies wird in verschiedenen Lagen (Bauch, Rücken, Seiten, Sitzen) mehrmals wiederholt. Insgesamt werden 6 Liter Öl verwendet. Die außerordentlich wohltuende Anwendung regt den Stoffwechsel von Haut und Organen intensiv an und bringt mir eine tiefe Entspannung. Ich habe den Eindruck, dass sich meine Hautzellen für die Revitalisierung ganz herzlich bei mir bedanken. Wie üblich nach jedem Treatment trinke ich ein Glas Herbal Water und chille eine Stunde lang auf einer Hängematte. Ich beobachte den ausgesprochen interessanten Dress-Code der Ayurveda Community. 

Im Grunde genommen verbringen wir den halben Tag in einem Kittel (Farbe: Bordaux), mit weißem Kopf-Turban (Material: Baumwolle) und Flip-Flops (Farbe: diverse). Es ist sofort erkennbar, wer gerade zu einem Treatment hingeht (ohne Turban) und wer dieses gerade hinter sich hat (mit Turban). Das saftige Grün der Natur wird durch die Bordaux-Kittel (Gäste), Saris in dunklem Blau (Therapeutinnen) und Saris in Orange (Staff) perfekt ergänzt. Ich genieße diese Einfachheit des Seins sehr. "Quadratisch, praktisch, gut" und herrlich bequem. Endlich verschwende ich keine Minute meines Lebens mit der Aufgabe, die Tasche mit meinen Socken abzustimmen. Die Dress-Code Sitten der Europäer werden mir lediglich beim Dinner ins Gedächtnis gerufen. Die High-Heels Fraktion übertrifft sich von Zeit zurzeit selbst mit dem kleinen Schwarzen und den 12-cm Mörder-Absätzen. Die Norwegerinnen bevorzugen ein kräftiges Pink & ein opulentes Azurblau und die Mode aus Dresden, perfekt auf Silhouette geschnitten, überrascht mich sehr positiv. Den berühmten "Vogel" schießt jedoch jeden Abend eine Dame aus München ab. Wahrscheinlich aus tiefster Liebe zu den starken Tieren hat sie sich Blusen mit Elefanten-Muster wahrscheinlich extra nähen lassen. Ich sehe rot auf gelb, blau auf weiß, grün auf orange, lila auf schwarz und lache mich jedes Mal kaputt.

Beim incredible Sonnenuntergang treffe ich endlich Susanne (Su) am Strand. Sie wohnt in einem benachbarten Ressort (Nikki´s Nest) und es ist schön zu hören, dass es ihr blendend geht. Sie genießt Ihre tägliche Anwendung, hat bereits jeweils einen Ausflug nach Trivandrum (Hauptstadt von Kerala) und Kovalam Beach unternommen und schwärmt genau wie ich von der Indian Cuisine. Im Gegensatz zu ihr habe ich noch keinen Fuß vor meine Oase der Ruhe gesetzt und verspüre auch noch keine Muße dazu. Es beruhigt mich ein wenig, dass sie ebenfalls bisher kein Gramm verloren hat. Menschen aus der Medien- und Kommunikationsbranche gewinnen bekanntermaßen lieber statt zu verlieren und sind wohl hartnäckig ;-). Gegen 19 Uhr kehre ich zur Dining Hall zurück und wieder lachen mich alle Gerichte auf ihre besondere Art und Weise an, so dass ich dem Verbotenen nicht widerstehen kann. Am Tisch lerne ich einen Plattenmogul aus Prag kennen, der in den 80igern M. Jackson, Madonna und DJ Bobo in Osteuropa promotet hat. Ein schöner, erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende zu.




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