DIARY AYURVEDA 2012 #1 - INDIA KERALA DAY 7

Dienstag, 20. November 2012 Kovalam, Kerala, Indien

Tags: #ayurveda, #businesshealthcoach #somatheeramayurvedichospital #incredibleindia


- Tag 7: Schlechtes Karma, gutes Karma - 

Bereits beim Aufstehen entscheiden wir uns, angeblich durch Gedanken gesteuert, wie unser Tag verlaufen wird. Ich liege wach, warte dennoch bis mein Wake-Up Boy an die Tür klopft um mich zu wecken. So sind die Spielregeln, also warte ich und verpasse leider die magische 7:00. Der Schichtwechsel hat mich vergessen! Während ich um 7:15 an der Rezeption ausbreche wie ein Vulkan, nimmt die heutige Breathing Class Meditation ohne mich ihren üblichen Lauf. Nichts kann meine Wut und meinen Zorn bändigen, ich beschließe also an den Strand zu gehen und mich selbst durch eine Yoga-Lesson zu erden. 

Ich sitze im halb perfekten Lotussitz am Strand, schließe die Augen und als ich sie wieder öffne, starren mich die ersten Pashmina Shawl Händler neugierig und auch ein wenig mitleidig an. So funktioniert es natürlich auch keinen Meter, also stehe ich enttäuscht wieder auf und gehe weiter spazieren. Die ersten Sonnenstrahlen helfen mir ein wenig mich zu beruhigen, gut gelaunt bin ich aber keineswegs. Ich habe meine Treatments mittlerweile auf 8:00 morgens umgestellt und das ultra freundliche Lächeln von Thankam (meine Therapeutin) steigert ein wenig mein Wohlbefinden. Heute erwartet mich das gleiche Package, bestehend aus der Generalmassage, Dhanyamla Dhara, Nasyam, Snehapanam, Tharpanam und Ela kizhi. 

Ich freue mich auf die bevorstehenden 2,5h Ruhe und Entspannung. Meinen Frieden finde ich aber im Treatment Raum nicht ganz. Normalerweise herrscht bei den Behandlungen absolute Stille. Heute wird diese durch "Lärm" u.a. leise Gespräche der Masseurinnen, von weitem hörbare Autogeräusche und die spürbare Hitze des Tages gestört. Den blöden Vormittag krönt meine kaputte Louis Karton Brille, die mir beim Anziehen nach dem Treatment runterfällt. Ich bin richtig genervt, sauer und frage mich, wozu diese Lektion gut ist. In Gedanken versunken fange ich an den Vormittag zu reflektieren und über die ayurvedische Philosophie in diesem Kontext nachzudenken. Ein langes Leben in vollständiger Gesundheit - das ist es doch, wonach wir alle streben. Ayurveda soll laut Definition die Widerstandskraft des Körpers gegen den täglichen Stress stärken. 

Das hat ja heute super geklappt. Seine optimale Wirkung entfaltet Ayurveda angeblich in Kombination mit Yoga und Meditation, aber diese fand heute Morgen nicht statt. Ich konnte mich also kurz nach Sonnenaufgang (6:20) bei den Yogaübungen, die ich verpasst habe, der "lebenspendenden Kraft der Sonne" nicht öffnen. Logisch und einigermaßen nachvollziehbar, aber glaubhaft? Fakt ist, dass mein Gleichgewicht aus der Balance geraten ist und durch dadurch entstandene negative Gedanken verstärkte sich spiralförmig mein Unwohlsein. Das Sonnenbrillen-Ereignis hat mich gezwungen, die Mauer meiner Oase nach 6 Tagen endlich zu verlassen. Ich habe mein Selbstgespräch beendet und setze den ersten Schritt aus dem Ressort heraus, um einen Optiker zu finden. Auf der Hauptstraße finde ich tatsächlich einen und erwerbe für 1.000 R.S (ca. 14,70€) neue schicke No Name Ware, die ihren Zweck bis zum Abflug erfüllen wird. 

Auf dem Rückweg habe ich meine "Mücke“, aus der ein „Riesen Elefant" geworden ist, einfach verloren. Happy steuere ich die Dining Hall für ein healthy Lunch an. Um 15:30 gehe ich zum Intermediate Yoga und bin die einzige in der Yoga Hall 2. Im Einzel-Coaching erhalte ich wertvolle Tipps und Empfehlungen für meinen immer noch nicht perfekten Schneidersitz. Wir üben den Sonnengruß, die Kobra-Haltung und weitere mir aus Deutschland bekannte Yoga Stellungen. Im Gegensatz zu den deutschen Lehrern üben sich die indischen Kollegen nicht in Perfektion. Die Drei-Dimensionalität des Herzens, Körpers und der Seele soll dabei im Einklang sein, d.h. übersetzt, es soll sich vor allem gut anfühlen ;-).

Zum Sonnenuntergang gehe ich wieder an den Strand. Mittlerweile ist alles Ärgerliche längst vergessen und ich freue mich tierisch auf das bevorstehende unvergessliche Spektakel am Himmel. Am Wasser entlang spazierend komme ich an einer Gruppe von Kindern vorbei, die Yoga praktizieren. Ihre Yoga Stunde muss in diesem Moment vorbei sein und 12 Kids im Alter von 9-11 Jahren stürmen auf mich zu. "English spoken" heißt die nächste Stunde auf ihrem Plan, was so viel bedeutet wie: "finde einen Touri und praktiziere Englisch". 12 neugierige Gesichter und 12 Paar leuchtende Augen lassen mich keine Sekunde aus dem Blick. Schließlich kommt die Yogalehrerin dazu und eins der Mädchen traut sich endlich die komische Stille zu unterbrechen. Ich verpasse den Sonnenuntergang vertieft in den lustigen Dialog mit den Kids. Ich beantworte alle Fragen, stelle auch welche, nicht alle werden aber verstanden. Und es liegt nicht an meinem miserablen Englisch ;-). Kein Meister ohne Übung. Zum Abschied werde ich für ein wichtiges Ereignis in der Schule eingeladen. Wann: morgen, wo: gleiche Stelle am Strand, Uhrzeit: Moskito-Time 17:00 (Hilfe).



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