DIARY AYURVEDA 2012 #1 - INDIA KERALA DAY 12

Sonntag, 25. November 2012 Kovalam, Kerala, Indien

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- Tag 12: Spoken englisch II - 


Ich träume von einem massiven Tsunami, der angekündigt auf uns zukommt. Ich selbst bin allerdings in Sicherheit, denn unser Ressort wurde auf einem Hügel erbaut. Ich erlebe das Natur Spektakel so nah und doch wie aus der Ferne, so als würde ich auf dem Sofa im Wohnzimmer sitzend einen Krimi verfolgen. Das Fisherman´s Village und das dazugehörige Leben erlischt. Ich bin ganz alleine und nur vom Wasser umgeben. Ich wache vom energischen Klopfen an der Tür auf. Es ist 6:45. It´s time for Yoga Breathing Class. 

Im Anschluss eile ich zu meinem vor-vor-vor letzten Treatment (Generalmassage, Thakra Dhara Head & Body). Thakra Dhara ist eine Behandlung vor allem für Schlaflosigkeit, Vata vorherrschende Krankheiten, geistige Anspannung, Gedächtnisverlust und bestimmte Hauterkrankungen. Warum ich ausgerechnet heute diese Art der Behandlung bekomme weiß ich nicht genau. Womöglich ist mit geistiger Anspannung unser westlicher Stress im Job gemeint. Bei dieser Anwendung werden heilende Milch oder Buttermilch und einige pflanzliche Öle nach einer speziellen Methode auf meinen Körper und im Anschluss auf meine Stirn gegossen. 

Der ununterbrochene Fluss auf meine Kopfhaut erzeugt tatsächlich eine sanfte & sehr beruhigende Wirkung. Manche der Ayurveda-Teilnehmer sehen während des Treatments verschiedene Farben. Ich sehe nichts, ich schlafe lediglich fast ein.

Ich "schwänze" zum ersten Mal meine Intermediate Yoga Stunde, Asche auf mein Haupt, aber es geht zeitlich nicht anders und ich eile gegen 16 Uhr zum Spoken English Unterricht. Ich lasse den gestrigen Tag live im gewohnten Klassenraum Revue passieren, teile die Eindrücke und zeige alle Fotos. An manchen Stellen komme ich mit meinem Englisch nicht weiter, daher erzählt Joy in Hindi (offizielle Sprache) oder Malayalam (Dialekt im Kerala State) die wichtigsten Details der indischen Geschichte. 

Am eigenen Leib erlebe ich, vor allem aber meine kleinen Zuhörer, wie es sich anfühlt, wenn man eine Fremdsprache schlecht beherrscht. Perfekt! Für Joy einen Klassenausflug zu organisieren grenzt an die Macht des Unmöglichen. Dies ist zumindest für heute die einzige Chance ein virtuelles Sightseeing zu unternehmen. Als Hausaufgabe sollten alle Kids Fragen an mich vorbereiten und tatsächlich werde ich angenehm gelöchert: "Welche Währung gibt es in Polen?", "Welches ist das typisch deutsche Essen?" "Wo liegt München?“ und “Was ist Schnee?" und ob ich Geschwister habe. Ich bin ein mehr als verwöhntes Einzelkind, Anju ist es ebenfalls, nur nicht verwöhnt. 

In Kerala leben Hindus, Muslims und Christen gut miteinander vereint. Die christlichen Familien haben in der Regel 2 Kinder, die muslimischen und Hindu variieren zwischen 3 und 7. Anju lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter, die krankheitsbedingt lediglich ein paar Stunden am Tag arbeiten kann, zusammen. Sie liebt es zu malen und zeigt mir ein wenig schüchtern ihre ersten Werke. Sie möchte Mathelehrerin werden, genau wie ich mal Mathe unterrichten wollte. Bei mir folgten dann noch 100 weitere Berufsideen, bis ich schließlich dort gelandet bin, wo ich heute stehe. Ich bin sehr neugierig, was aus den großen Plänen dieser Kinder noch alles werden wird. 

Zum Abschluss darf ich für Morgen eine Muschel aus dem von mir gebastelten Spiel ziehen. Die Message des morgigen Tages lautet: "Everything is possible"! Während die Jungs und Mädchen noch am Überlegen sind, was sie morgen mit dem Spruch anfangen, schmiede ich bereits meine Pläne, die mit diesen Fisherman´s Children zu tun haben werden, insbesondere mit Anju.



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