DIARY AYURVEDA 2012 #1 - INDIA KERALA DAY 11

Samstag, 24. November 2012 Kovalam, Kerala, Indien

Tags: #ayurveda, #businesshealthcoach #somatheeramayurvedichospital #incredibleindia


- Tag 11: Kanyakumari, Gandhi Tempel, Suchindram Temple & Padmanabhapuram Palace -

Um 3:35 Uhr fahren wir los. Es ist stockdunkel und alle beschließen noch eine Runde im Auto zu schlummern. Es ist auch manchmal besser mit geschlossenen Augen durch Indien zu reisen. Ich finde, wir Touristen sollten eine Möglichkeit bekommen an einem Fahrunterricht teilnehmen zu können. Wir würden danach garantiert viel entspannter das große Land erkunden :-).

Obwohl die Straßen so gut wie leer sind, fahren wir mit einer Ø Geschwindigkeit von 40 km/h und erreichen Cape Comorin (Kanyakumari) erst gegen 5:40 Uhr. Es ist zwar immer noch stockdunkel, aber das besondere Gefühl am südlichsten Ort Indiens zu sein, baut sich langsam in mir auf. An der Südspitze Indiens treffen das Arabische Meer, der Golf von Bengalen und der Indische Ozean aufeinander. Hier sind die Sonnenauf- und Untergänge ein überwältigendes Erlebnis. Viele Pilger, die die jungfräuliche Hindu-Göttin Kanyakumari verehren, kommen zum Kanyakumari-Tempel (Zutritt nur für Hindus). Es gibt nur zwei Orte auf unserer Erde, an dem man vom selben Punkt aus sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang genießen kann: hier und in Südafrika. Und ich bin gerade an einem dieser magischen Orte und warte auf den besonderen Moment. Langsam wird es heller und alle um mich versammelten Einheimischen schauen sehnsüchtig und in voller Erwartung zum Horizont. Um ca. 6:20 geht majestätisch die Sonne auf. 

Ich höre Gesang und Gebete der Einheimischen. Für mich sind die Atmosphäre und dieser Augenblick einfach unbeschreiblich. Es ist animalisch hier zu sein und die ungeheuerliche Kraft der glühenden "Kugel" live zu beobachten. Ich höre auf wie wild zu knipsen und speichere die Impressionen und den Moment mit meinem Auge für immer ab. Die Kraft der Sonne zu tanken ... ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Aber irgendetwas passiert mit einem - das ist für mich unbestritten!

Wir sind eine der wenigen Touristengruppen an diesem Morgen und werden selbstverständlich zur Attraktion. Viele möchten uns vor die Linse bekommen, also stimmen wir dem amüsanten und obligatorischen Ritual zu. Wir schlendern durch die schmalen Gassen und erreichen die Gedenkstätte Gandhi Mandapa. Sie markiert die Stelle, an der Gandhis Asche von Verehrern besucht wurde, ehe man sie ins Meer streute. Nach dem Tsunami 2004 wurde eine Gedenkstätte für seine Opfer hier errichtet. Ich denke über die Ereignisse und das Geschehene nach, vor allem aber schaue ich mir das Portrait des zierlichen Mannes, der so viel in seiner Heimat bewegt hat, an. Ich denke an seine Vorstellung der Demokratie in Indien: "Der Kern ist das Dorf, dass das Prinzip der Selbstversorgung darstellt. So wird jedes Dorf eine Republik mit allen Vollmachten sein. Daraus folgt, dass jedes Dorf selbständig und im Stande sei, mit den eigenen Angelegenheiten fertig zu werden. Ja, sogar sich gegen die ganze Welt zu verteidigen. 

Das Leben wird nicht einer Pyramide gleichen, sondern es wird einen Ozean gleicher Kreise geben, dessen Mittelpunkt das Individuum ist“. Wir ziehen Rettungswesten an und setzen mit einem Boot zu einer Felsklippe über. Hier wurde eine Gedenkstätte für Swami Vivekananda errichtet und hier entdecke ich in einen Stein gemauert den Sunrise und Sunset Time Kalender. Dieser zeigt die exakten Sonnenauf- und Sonnenuntergang-Stellen auf Montane untergebrochen geografisch/astronomisch an.


Es ist mittlerweile 10:00 Uhr und wir erreichen den Suchindram Temple, einer der berühmtesten Tempels Indiens voller Legenden. Die Außenwand des Temples ist 22 Meter hoch und besteht aus einem einzigen Stein. Er ist für seine komplizierten und künstlerischen Stupas berühmt - einige der Säulen im Innenbereich sind musikalisch und geben Klänge ab, wie Mridangam, Veena und andere traditionelle Instrumente. Zu manchen Bereichen haben Touristen keinen Zutritt, aber ich höre die Gebete der Männer und deren stumpfe Stimmen. In dieser Kulisse werden die Gebete zu einem extrem intensiven Hörerlebnis. 

Es ist atemberaubend, über das große Areal zu schlendern und in die Geschichte des 17. Jahrhundert einzutauchen. Da die Gründung der indischen Unionstaaten teils auf Grundlagen der Sprachgrenzen vorgenommen wurde, liegt heute eine der architektonischen Hauptattraktionen Keralas in Tamil Nadu, 55km südlich von Trivandrum. Der Padmanabhapuram Palast steht immer noch unter keralischer Verwaltung und er ist eine Pracht der Vergangenheit. Der aus Holz gebaute Palast steht inmitten einer anmutigen Landschaft vor dem Bergpanorama der Westghats - das Paradebeispiel für die hoch entwickelte traditionelle Architektur Keralas. Barfuß besichtigen wir im Rundweg die schöne große Anlage. Ich kriege leider nur noch wenig am Rande vermitteltes Wissen mit. 

Es ist mittlerweile 14 Uhr und ich bin so erschöpft, dass ich fast im Stehen einschlafe. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich zwar hundemüde, aber überglücklich meine Ruhe-Oase, Somatheeram, Garten Eden oder besser noch: Paradise. Voller prägender Eindrücke spüre ich deutlich den Lärm und den Trubel des Tages. Wie war das nochmal ... ich mache hier eine Ayurveda Kur und soll relaxen? Und ich werde relaxen, denn um 16:00 Uhr fängt mein tägliches Treatment (Podi kizhi, Sirodahra, Vasthy) an, Gott sei Dank!





Kommentar veröffentlichen

Instagram

© The Lemon Ginger Girl | Fashion, Health & Lifestyle Blog Düsseldorf. Impressum & Datenschutz